Fair-Use-Testsuite für Vids
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Die Organisation für Transformative Werke hat in Antwort auf die von der EFF vorgeschlagenen DMCA (Digital Millenium Copyright Act)-Ausnahmeregelung eine unterstützende Stellungnahme eingereicht. Die vorgeschlagene Ausnahmeregelung regt an, das Entnehmen von Ausschnitten aus DVDs zur Verwendung in nicht-kommerziellen Remix-Videos (wie zum Beispiel Fanvids) zu erlauben, da diese unter Fair Use fallen.
Anmerkung d. Übers.: Testsuite ist ein Begriff aus der Software-Entwicklung und beschreibt eine Zusammenstellung von Testfällen, die eine Reihe gewünschter Verhaltensweisen des zu testenden Programms zeigen sollen. (nach Wikipedia.org: Test suite.) Es ist quasi eine komplexe Versuchsaufstellung und wird hier in übertragenem Sinne verwendet. In diesem Falle zeigen die ausgewählten Vids der Testsuite, inwiefern Vidding das gewünschte Verhalten zeigt, nämlich: dass es den Bedingungen für Fair Use mehr als genügt.
Die OTW ist der Auffassung, dass nicht-kommerzielle Werke, die existierendes geschütztes Material auf kreative Weise verwenden (wie etwa Fanvids) transformativ sind, und dass transformative Werke unter der Copyright-Gesetzgebung der Vereinigten Staaten legal sind.
Vidding ist eine legitime, künstlerische und kulturell wertvolle Beschäftigung, die eine etablierte und wachsende Gemeinde repräsentiert.
Women's Work von Luminosity und Sisabet herunterladen (75.5 MB xvid; Rechtsklick und speichern)
Women's Work wurde zum ersten Mal bei der Premieres Show der Vividcon 2007 gezeigt.
Women's Work, von Sisabet und Luminosity
Vids mischen das Ausgangsmaterial auf eine Weise neu, die eine geänderte Erzählung entstehen lässt, welche oftmals das Original kommentiert oder kritisiert. Das vieldiskutierte Vid "Women's Work" von Sisabeth und Luminosity basiert auf Supernatural, einer Fernsehserie über zwei Brüder, die Geister jagen. Das Vid selbst enthält jedoch kaum Szenen mit den Protagonisten, sondern besteht aus zusammengeschnittenen Bildern von Frauen in zahllosen Folgen der Serie; Frauen, die nur erotisiert, dämonisiert oder als leidend dargestellt werden. Eine Kommentatorin beschreibt es als "eine Doktorarbeit über die Misogynie in einfachen, nicht hinterfragten Erzählstrukturen... Das Vid demonstriert ausdrücklich und instinktiv, inwieweit so viele bekannte und von uns weitererzählte Geschichten auf das Leiden von Frauen angewiesen sind." "Women's Work" wurde im New York Magazine erwähnt, und Luminositys Vid "Vogue" wurde 2007 als "das beste Fan-Video des Jahres" ausgewählt.
Vidding fördert sowohl technische Fähigkeiten als auch Kreativität.
This Is How It Works von Lim herunterladen (53.1 MB .mov; Rechtsklick und speichern)
This Is How It Works wurde 2006 zum Herunterladen veröffentlicht.
This Is How It Works, von Lim
"This is How it Works" ist fast Einstellung für Einstellung aus Filmmaterial der Fernsehserie Stargate Atlantis zusammengesetzt, welches nicht nur neu geschnitten, sondern auch mit Hilfe von Bildbearbeitungs-Software visuell nachbearbeitet wurde. Der Rhythmus der Hintergrundmusik erzeugt eine durchgängige Zahlenanimation; dies ist Teil der Aussage des Vids über das zweigeteilte Wesen des Charakters Rodney McKay, eines Wissenschaftlers, der Musiker werden wollte. Nachdem sie das Vid veröffentlicht hatte, schrieb Lim ausführliche Anmerkungen zu ihrem Arbeitsprozess und beschrieb Schritt für Schritt, wie sie die Effekte erstellt hatte [englisch]. "This is How it Works" zeigt nicht nur technisches Können, sondern auch künstlerisches Einfühlunsvermögen. Ein anderes Vid von Lim, "Us", wird gerade in der Ausstellung Mediated des California Museum of Photography gezeigt.
Vids sind eine Form legitimer kultureller Kritik.
Handlebars von Seah und Margie herunterladen (78.1 MB .avi, Rechtsklick und speichern)
Handlebars hatte seine Premiere bei der Vividcon Premieres Show 2008.
Handlebars, von Seah und Margie
Seah and Margies "Handlebars" setzt sich mit der Figur des Doctors in Doctor Who auseinander und ist gleichzeitig ein allgemeiner Kommentar zum Wesen von Macht und Verantwortung. Das Vid fängt mit Bildern an, welche die launenhafte Natur des Doctors zeigen und führt über die gefährlicheren Aspekte seiner Abenteuer und kleineren Demonstrationen seiner Macht hin zu Bildern von Gewalt und Zerstörung, die er (im Namen eines übergeordneten Wohls) selbst verübt. Der Doctor ist der Held der nach ihm benannten Fernsehserie; das Vid funktioniert als eindringliche Kritik an den moralischen Scheuklappen der Serie, indem es Ereignisse, welche die ZuschauerInnen bereits gesehen haben, in einen neuen Zusammenhang stellt. Das Vid, das die Taten des Doctors auf die wichtigsten und aussagekräftigsten Bilder reduziert, vermittelt seine Kritik an der Figur sehr tiefgründig und emotional, besonders im Zusammenhang mit dem dazu passenden Liedtext: "My cause is noble / my power is pure . . . And I can do anything with no permission . . . I can end the planet in a holocaust."
["Meine Sache ist edel / meine Macht ist rein...Und ich kann alles ohne Erlaubnis tun...ich kann den Planeten in einem Holocaust enden lassen."]
Vids stellen alternative Lesarten und Wirklichkeiten dar.
Closer von T. Jonesy und Killa herunterladen (Rechtsklick und speichern; 71MB .avi Datei)
Closer wurde zum ersten Mal bei Shore Leave 2004, einer Star Trek Convention, gezeigt.
Closer von T. Jonesy und Killa
"Closer" ist ein Star Trek-Vid, das gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen den Charakteren Kirk und Spock erotisch umdeutet. Wie Henry Jenkins in seiner Betrachtung zu "Closer" in "How to Watch a Fan-Vid" erläutert: "Solche Werke interpretieren natürlich die Originalserie, aber auf eine Art und Weise, die die meisten Literaturexperten nicht anerkennen würden. Sie versuchen nicht einfach nur, die Absicht des urprünglichen Urhebers zu rekonstruieren. Sie probieren Gedankenspiele aus, beantworten 'was wäre, wenn...'-Fragen, und stellen alternative Wirklichkeiten dar." Tatsächlich fragt der Eröffnungsbildschirm zu "Closer": "Was, wenn sie es nicht rechtzeitig nach Vulkan geschafft hätten?", bevor ein fiktionales Szenario als Antwort auf diese Frage entworfen wird. Es ist ein verstörendes Vid für viele Fans, aber so ist es auch gemeint. Es zieht Parallelen zwischen sexueller Gewalt und Gedankenlesen als gewaltsamen Übergriff und spiegelt auch einige der kontroverseren Themen aus den Geschichten, die Fans seit Jahrzehnten über die Star Trek-Folge "Amok Time" (dt.: "Weltraumfieber" bzw. "Pon Farr") schreiben.
